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Wissenswert: Glycerin in der Kritik

Glycerin gehört mit zu den umstrittensten Inhaltsstoffen in der Naturkosmetik. Die einen sagen, es spendet Feuchtigkeit, die anderen meinen es trocknet aus. Doch was ist dran an der Kritik? Dieser Fragestellung möchte ich heute nachgehen.

Auf konventionelles Glycerin werde ich nicht weiter eingehen, da es ein synthetisches Produkt ist und in der Naturkosmetik nicht verwendet wird. Pflanzliches Glycerin hingegen entsteht durch die Spaltung tierischer und pflanzlicher Fette. Bevorzugt wird in der Naturkosmetik Bio-Glycerin eingesetzt, welches aus Planzen aus kontrolliert-biologischem Anbau stammt und damit im Vergleich natürlich auch wesentlich teurer ist. Zertifizierte Naturkosmetik muss zwar nicht 100% bio sein, der Großteil an Firmen der Branche setzt dies aber freiwillig um.

 

Warum überhaupt Glycerin?

Nun, Glycerin gehört wie viele andere Stoffe zu unserem hauseigenen Feuchtigkeitssystem, welches zum Beispiel in unserer Hornhaut vorhanden ist. Wir wissen, dass unsere Haut mindestens 20 % Feuchtigkeit benötigt, um möglichst lange auch gesund und jung zu bleiben. Zum Schutz bildet die Haut daher Substanzen, welche die Feuchtigkeit festhalten sollen – so zum Beispiel Harnstoff oder auch das Glycerin.

Schon viele Jahre ist bereits bekannt, dass Glycerin als feuchtigkeitsbindende Substanz wirkt und die hydratisierende Wirkung sogar noch höher ist als die von Urea (unser Harnstoff). Die Überlegung den Zuckeralkohol Glycerin also auch in Cremes zu verwenden liegt daher doch erstmal nahe, oder? Ganz so einfach ist es aber leider doch nicht, denn die Wirkung ist abhängig von der Konzentration des Glycerins. Die Idee funktioniert nur bei hoher Luftfeuchtigkeit, ansonsten holt sich das Glycerin die fehlende Flüssigkeit nämlich aus dem Bindegewebe und was wäre das Resultat daraus….richtig, es würden das Austrocknen der Haut bewirken.

 

Die richtige Zusammensetzung

Aus diesem Grund ist es unbedingt nötig die richtige Zusammensetzung der Creme zu beachten. Grob gesagt, sollten maximal 10 % Anteil Glycerin und dazu ausreichend Wasser enthalten sein. Letzteres ist dafür notwendig, dass der Zuckeralkohol nicht auf die Feuchtigkeit aus dem Inneren der Haut angewiesen ist. Zudem kann das Glycerin auch das Wasser, welches im Produkt selbst enthalten ist binden!

Als Tipp: Man kann grob sagen, beim Blick auf die Inhaltsstoffe sollte Glycerin nicht im ersten Viertel der INCIs auftauchen.

(Inhaltsstoffe sind nach ihrer Konzentration angeordnet, sprich eine höhere Konzentration steht weiter vorne in den INCIs)

 

Vermutlich werdet ihr Glycerin oftmals ziemlich weit vorne in den INCIs finden, da es häufig in einer Konzentration von 10% zugesetzt wird. Solange es aber diesen Prozentsatz nicht übersteigt sehe ich persönlich kein Problem darin, dass Glycerin die Haut austrocknet. Ausnahmen sind dabei übrigens beispielsweiße Handcremes, die auch bis zu 30% ausweisen können. Ein typisches Anzeichen für zu viel Glycerin in einem Produkt ist ein schmieriger, klebriger Film!

Empfehlenswert ist es auf jeden Fall aber auch darauf zu achten, dass weitere pflegenden pflanzlichen Öle enthalten sind – Glycerin reicht zur alleinigen Pflege nicht aus, sondern ist lediglich ein Hilfsstoff.

 

FAZIT: Man kann also festhalten, die Konzentration macht es! Glycerin kann ein guter Feuchtigkeitsspender sein, solange es in entsprechender Menge benutzt wird.

Besonders tolle, anschauliche Grafiken und Informationen zu dem Thema findet ihr auch bei hauttatsachen.

Eure

jenny

Welche Erfahrungen habt ihr bisher zu dem Thema gemacht und wie sehr achtet ihr bei der Auswahl eurer Produkte auf die Inhaltsstoffe? Ich freue mich auf eure Meinung dazu. Miau!

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